Damwild erreicht ein stattliches Alter von 14 und mehr Jahren.

Einleitung
Rechtliche Rahmenbedingungen
Anzeige beim Veterinäramt
Anzeige bei der Unteren Naturschutzbehörde

 

Einleitung

Die landwirtschaftliche Wildhaltung wird in Deutschland schon seit fast 30 Jahren betrieben. In Niedersachsen werden in rund 900 Gehegen ca. 22.000 Hirsche für die Fleischerzeugung gehalten. Damit werden – zusammen mit dem aus der Jagd stammenden Wildbret – nur knapp 30 % des Verbrauchs selbst erzeugt. Der weit überwiegende Teil stammt aus Importen, vor allem aus Neuseeland.

Damwild ist mit über 80 % die am häufigsten gehaltene Wildart, gefolgt von Rot- und Sikawild. Vereinzelt wird auch Schwarz- und Muffelwild gehalten.

Hauptfuttergrundlage ist bei der ganzjährigen Außenhaltung das natürliche Grünland. Im Winter werden wirtschaftseigene Futtermittel wie Heu, Rüben o. ä. zugefüttert.

Hirschfleisch ist ein typisches Direktvermarktungsprodukt, das in der Regel frisch vom Erzeuger direkt an den Verbraucher abgegeben wird. Der Selbstversorgungsgrad bei Wild liegt in Deutschland bei unter 50 %. Qualitativ hebt sich einheimisches Hirschfleisch durch seine Frische und garantierte Herkunft deutlich von der tiefgefrorenen Importware ab.

 

Rechtliche Rahmenbedingungen

Dies sind eigentlich ideale Rahmenbedingungen für den Einstieg in die Wildhaltung. Jedoch sind vor der Einrichtung eines Wildgeheges zwei rechtliche Bestimmungen zu beachten, die im Folgenden erläutert werden. Seit 2005 sind in Niedersachsen für die landwirtschaftliche Wildhaltung keine naturschutzrechtliche Genehmigung sowie keine tierschutzrechtliche Erlaubnis mehr erforderlich. Es genügen nun zwei Anzeigen, und zwar 1. beim zuständigen Kreisveterinäramt und 2. bei der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde (in Niedersachsen sind beide Stellen den Landkreisen zugeordnet).

Dies gilt allerdings nur, sofern das Gehege einem landwirtschaftlichen Betrieb dient, also privilegiert im Sinne des Baurechts ist. Handelt es sich um kein privilegiertes Vorhaben (z.B. ein Hobbygehege), so ist eine Baugenehmigung für den Zaun und Unterstand erforderlich.

 

Anzeige beim Veterinäramt

Die Anzeige beim Veterinäramt muss vier Wochen bevor mit der Wildhaltung begonnen werden soll erfolgen. In der Anzeige sind anzugeben:

  1. Art, Zahl und Geschlecht der zu haltenden Tiere,
  2. die für die Tätigkeit verantwortliche Person,
  3. Angaben über Größe und Ausgestaltung des zu errichtenden Geheges (möglichst Flurkarte/Lageplan mit Einzeichnung der Grenzen sowie der Ausstattung beifügen),
  4. Angaben über die Sachkunde der verantwortlichen Person.

Ein Formblatt für die Anzeige kann hier heruntergeladen werden.

Das Veterinäramt hat dann vier Wochen Zeit, auf die Anzeige zu reagieren, falls z.B. die Angaben zu 4. nicht ausreichend erscheinen. Reagiert die Behörde innerhalb von vier Wochen nicht, darf mit der Gehegeerrichtung begonnen werden (sofern auch die Vier-Wochen-Frist bezüglich der Anzeige bei der Unteren Naturschutzbehörde verstrichen ist – siehe unten).

In den „Niedersächsischen Leitlinien für die Haltung von Dam- und Sikawild“ , die sich zwar noch auf die alte rechtliche Regelung (Genehmigungspflicht) beziehen, aber zum Großteil weiterhin maßgebend bleiben, sind unter den Punkten

die Anforderungen dargelegt, die das Veterinäramt bei der Anzeige überprüft.

Dies sind in erster Linie:

 

Anzeige bei der Unteren Naturschutzbehörde

Während bis 2005 eine Genehmigungspflicht für Tiergehege nach dem Naturschutzgesetz bestand und zwischen 2005 und 2009 die Wildhaltung überhaupt nicht naturschutzrechtlich reglementiert war, besteht seit März 2010 ebenfalls eine Anzeigepflicht nach Naturschutzrecht. Die Anzeige kann formlos mit den gleichen Angaben wie in der oben erwähnten Anzeige nach Tierschutzrecht erfolgen.

Nach Naturschutzrecht ist zu gewährleisten, dass

In den bereits oben genannten „Niedersächsischen Leitlinien für die Haltung von Dam- und Sikawild“ sind unter Punkt III zusätzliche Anforderungen des Naturschutz-, Wald- und Jagdrechts dargelegt:

Vorsorglich sei noch einmal darauf hingewiesen: Die dargestellten Erleichterungen gelten für Landwirtschaftsbetriebe, die nach Baurecht für das Bauen im Außenbereich privilegiert sind. Hobbyhalter benötigen zusätzlich eine Baugenehmigung für den Zaun und evtl. für die Schutzhütte. In Naturschutzgebieten ist die Gehegeerrichtung generell untersagt.